8 Aspekte für ein zukunftsfähiges Unternehmen

Es gibt unzählige Methoden und Modelle, welche einen Beitrag zur Transformation einer Organisation leisten können. Vielen von ihnen liegt eine ähnliche Haltung zugrunde. Diese Haltung ist das, was die Organisation der Zukunft ausmacht.
Die folgenden 8 unverzichtbaren Aspekte stellen den Kern für eine erfolgreiche Transformation zu einer zukunftsfähigen Unternehmensstruktur dar:
  • Sinnorientierung
  • Verantwortungsübernahme
  • Mehr Autonomie
  • Lösungsorientierung
  • Rollenbasiertes Arbeiten
  • Transparenz
  • Denken und Handeln in Iterationen
  • Nutzen von Spannungen
transformation zukunftsfaehige unternehmensstruktur

Sinnorientierung

Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit ihrem Purpose, was im Deutschen am besten als „sinnstiftender Zweck“ übersetzt werden kann. Purpose steht für eine Ausrichtung, welche über Ziele, Strategie und Vision hinausgeht.

Es handelt sich hierbei um einen tieferen Sinn, eine gemeinsame Basis, welche alle in der Organisation nicht nur verstehen, sondern mit der sie sich auch assoziieren und gefühlsmäßig verbinden können. Der Purpose ist die große Gemeinsamkeit oder der größte gemeinsame Nenner. Er schafft Identifikation und erlaubt es, unter größter Unsicherheit zu navigieren.

Er ist wie ein Kompass. Er gibt Ihrem Unternehmen eine Grundstabilität – auch in Zeiten von erhöhter Komplexität und rasanten Veränderungen. Das können Ziele und Strategie nicht erfüllen. Ziele und Strategie werden weiterhin eine wesentliche Bedeutung haben, sich allerdings schneller ändern als der grundlegende sinnstiftende Zweck.

Der Purpose liefert somit eine langfristige Orientierung und Ausrichtung. Das gilt in der Organisation, für die Abteilungen bis hin zum einzelnen Mitarbeitenden. Konsequent gedacht gilt es jedoch auch für das Umfeld und das Netzwerk, in dem sich das Unternehmen befindet. Durch einen gemeinsamen Purpose, entsteht ein gemeinsamer Blick bei der Zusammenarbeit von Unternehmen. Auch außerhalb des Unternehmens bildet sich ein durch den Purpose zusammengeknüpftes Netzwerk.

Verantwortungsübernahme

Die Organisation der Zukunft gibt immer mehr Verantwortung anstelle von Aufgaben in die Hände seiner Mitarbeitenden. Das ist eine Umstellung, denn bisher haben viele Menschen einfach nur die Aufgaben erledigt, welche Ihnen von der nächsthöheren Hierarchiestufe aufgetragen wurden.

Der große Schritt ist nun Verantwortung selbst zu übernehmen. Dabei geht der Gedanke noch einen Schritt weiter als nur Verantwortung für ein Ergebnis zu übernehmen, denn damit ist ebenfalls gemeint, die Verantwortung für die eigenen Gedanken, Gefühle und Handlungen zu übernehmen.

Daraus resultiert auch die offene Kommunikation darüber, was benötigt wird, um den idealen Beitrag in dieser Organisation bzw. für den Purpose zu leisten. Früher wurde oft von einer Hol- und Bringschuld gesprochen. In Zukunft wird das ein ganz normaler täglicher Teil der Eigenverantwortung.

autonomie im unternehmen

Mehr Autonomie

Ob es einem gefällt oder nicht, die Organisation der Zukunft setzt auf mehr Autonomie. Nicht nur die Person, sondern auch das Team wird in die Lage versetzt, gemäß vereinbarten Rahmen und Spielregeln eigenständig zu handeln und Entscheidungen zu treffen. Dadurch wird eine Organisation jedoch schnell anpassungs- und handlungsfähig. Das ist notwendig um schnell auf Veränderungen im Umfeld oder im Markt zu reagieren. Ein Grundsatz, welcher oft auch Sense und Response genannt wird.

Eine Organisation kann dann schnell handeln, wenn autonome Teams und Individuen sich gemäß ihren Spielregeln organisieren können, ohne zuerst vor Ausschüssen und Steuerungskomitees erscheinen zu müssen. Auch hier ist wieder die gemeinsame Ausrichtung, der Purpose, essentiell, denn auf dessen Basis wird es Mitarbeitern ermöglicht, gute Entscheidungen zu treffen.

Lösungsorientierung

In einem komplizierten System, wie z.B. bei der Reparatur eines Flugzeugs, arbeitet man an dem Problem und löst es. Anders ist es bei komplexen Systemen. Albert Einstein sagte schon: „Probleme kann man niemals mit der gleichen Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ D.h. wer am Problem arbeitet, der bleibt in der Welt des Problems. Früher war das mechanistische Modell von Unternehmen sehr verbreitet. Heute ist klar: Unternehmen sind komplexe Systeme und folgen immer mehr komplexen Systemprinzipien.

In Lösungen zu denken anstatt an Problemen festzuhalten, ist der entscheidende Schritt für sinnvoll eingesetzte Energie. Es ist ein riesiger Wettbewerbsvorteil für Unternehmen. 
Dabei sei angemerkt, dass es nicht das geringste mit positivem Denken oder dergleichen zu tun hat.

Probleme sind da, werden adressiert und sehr ernst genommen. Nur der Lösungsweg ist ein anderer. Es klingt nach einem kleinen Schritt – in Wirklichkeit schafft er jedoch große Entfaltungsräume.

Insa Sparrer formulierte es so: „Die Lösungsfokussierung ist eine besondere Form die Welt zu betrachten. Wenn man durch diese Brille die Welt betrachtet, ändert sich nicht nur etwas, sondern alles“.

sinnorientierung

Rollenbasiertes Arbeiten

Menschen sollen sich am Arbeitsplatz in ihrer ganzen Persönlichkeit zeigen können. Dies wird manchmal auch als das Prinzip der Ganzheit bezeichnet. Ihre Mitarbeiter sind nicht mehr mit einer Rolle oder einer Position gleichzusetzen, welche sie innehaben, sondern existieren auch als Mensch.

Das erlaubt die Übernahme von Verantwortung in Organisationen der Zukunft neu zu denken: neben mir als Person gibt es mich als Träger einer Rolle. Ich habe aber mehr Fähigkeiten und mehr Kompetenz als in dieser einen Rolle gefordert wird.

Diese kann ich auch in anderen Bereichen einbringen. Ich kann also nicht nur eine Rolle innehaben, sondern viele verschiedene. So wird es möglich, dass die gleiche Person an der einen Stelle in einer leitenden Funktion auftritt, an einer anderen aber in einer unterstützenden Rolle.

Transparenz

Versteckspielen, taktieren mit Informationen und Intransparenz fördern Misstrauen. Transparenz fördert Vertrauen. Alles, was für den Beitrag der Organisation relevant ist, braucht Transparenz und Offenheit. Alle Ansätze des neuen Arbeitens setzen auf konsequente Transparenz. In komplexen Systemen ist oft nicht absehbar, welche Informationen an welcher Stelle hilfreich sein können. Zur Transparenz gehört auch der Umgang miteinander.

Fehlende Transparenz kann zu Unzufriedenheit von Mitarbeitern führen und mit den heutigen Möglichkeiten in negativen Bewertungen auf Arbeitgeberbewertungsportalen oder Posts in sozialen Netzwerken über Ihr Unternehmen resultieren, was inzwischen zu gravierenden Folgen führen kann.

Offenes, ehrliches Feedback und Transparenz tragen dazu bei, die Arbeit zunehmend angenehmer zu gestalten und macht sie zudem auch effektiver. Insbesondere Transparenz bei Entscheidungen lässt Mitarbeitende besser verstehen, wie und warum sich Ausrichtungen oder ihre Arbeit verändern.

agiles mindset

Denken und Handeln in Iterationen

Eine komplexe Welt erfordert kontinuierlichen Fortschritt und ständiges Ausprobieren. Keine Lösung ist perfekt. Da wird es zunehmend wichtig in inkrementellen Verbesserungen zu denken.

Das bedeutet auch, dass nicht gewartet werden sollte, bis etwas perfekt ist, sondern andersherum gefragt wird, ob das, was getan wird, Schaden anrichtet. Anders gesagt wird die Frage, ob alles perfekt ist, ersetzt durch die Frage: Ist es sicher genug, um es auszuprobieren?

Das ist eine neue und oft ungewohnte Art des Denkens und Handelns, die oft auch mit dem agilen Mindset verbunden wird.

Nutzen von Spannungen

Positive und negative Spannungen sind eine treibende Kraft. Das in der deutschen Sprache oft negativ behaftete Wort „Spannung“ wird hier als etwas Positives betrachtet: Es ist der positive Motor der Veränderung in der Organisation. Spannungen sind in diesem Bild zunächst nichts anderes als Gefühle oder Bedürfnisse, die sich übersetzen lassen in Ideen, Fragen, konkrete Probleme oder auch den Wunsch etwas mitzuteilen.

Es ist also nichts anderes als das Wahrnehmen eines Unterschiedes zwischen dem Zustand, wie es momentan ist und wie es besser wäre. Wenn jetzt noch die Idee aufgenommen wird, dass jeder Mensch in einer Organisation wie eine Art Sensor wirkt, welcher ständig solche Spannungen für eine Verbesserung wahrnimmt und bemerkt, dann wird darin ein riesiges, wertvolles Potenzial erkannt.

Ein Potenzial für verbessertes Arbeiten und noch besseren Beitrag zum Purpose. Dieses Potenzial gilt es zu heben und nutzbar zu machen. Glücklicherweise gibt es gute Methoden und Tools, die diese Spannungen sichtbar machen, bearbeiten und in sinnvolle Veränderungen übersetzen.

 

 

Gerne können sie mich unter michael.coelle@aurobia.com kontaktieren, um mehr über diese Methoden und Tools zu erfahren.

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